Erdkunde · Leistungskurs · Jahrgang 13 · Niedersachsen

Naturraum und Bevölkerung Südasiens

Vierwöchige, problemorientierte Unterrichtseinheit zur Analyse Südasiens als dynamisches Mensch–Umwelt-System. Nachhaltigkeit, Klimawandel und Vulnerabilität bilden das durchgängige Bewertungsraster.

4Unterrichtswochen
20Unterrichtsstunden
8 + 4Doppel- / Einzelstunden
AFB I–IIIAnalyse bis Urteil
Planungslogik: Jede Woche umfasst zwei Doppelstunden à 90 Minuten und eine Einzelstunde à 45 Minuten. Die Einheit ist als Teil 1 der Semesterplanung angelegt und schafft die fachlichen Grundlagen für „Landwirtschaft und Wasser“, „Wirtschaft und Nachhaltigkeit“ sowie „Städte und Metropolisierung“.
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Didaktischer Kern

Wie prägen Naturraum, Monsun und Bevölkerungsdynamik die Lebensbedingungen in Südasien – und warum sind Menschen und Räume unterschiedlich vulnerabel?

Der Aufbau folgt einer kumulativen Progression: räumliche Orientierung → naturräumliche Prozesse → Monsun und Klimarisiken → Bevölkerungsstrukturen und gesellschaftliche Verwundbarkeit → Synthese und kriteriengeleitetes Urteil.

Kompetenzbereiche

FachwissenRäumliche OrientierungErkenntnisgewinnung durch MethodenKommunikationBeurteilung und Bewertung

Die Lernenden analysieren Karten, Klimadaten, Bevölkerungsdiagramme, Satellitenbilder und institutionelle Quellen; sie entwickeln Wirkungsgefüge und beurteilen Risiken sowie Anpassungsoptionen.

Wochenziel: Die Schülerinnen und Schüler grenzen das Raummodul Südasien fachlich ab, orientieren sich sicher auf mehreren Maßstabsebenen und beschreiben erste Mensch–Umwelt-Zusammenhänge.

Doppelstunde A: Südasien als Raum

90 Min · Kartenanalyse · AFB I–II
  • Einstieg: kontrastierende Satelliten- und Landschaftsbilder.
  • Abgrenzung des niedersächsischen Raummoduls: Indien, Pakistan, Bangladesch, Nepal, Bhutan, Sri Lanka.
  • Atlas-/GIS-Arbeit: Staaten, Hauptstädte, Meere, Großlandschaften und Flusssysteme.
  • Reflexion: physischer Raum, Beziehungsraum, wahrgenommener und konstruierter Raum.
Lernprodukt: kommentierte Basiskarte mit Legende und Maßstabsebenen.
OrientierungKartenkompetenzRaumkonzepte

Doppelstunde B: Großlandschaften als System

90 Min · Gruppenpuzzle · AFB II
  • Himalaya und Hochgebirge, Indus-Ganges-Brahmaputra-Ebenen, Dekkan, Küstenräume.
  • Relief, Tektonik, Böden, Wasser und Vegetation als raumprägende Faktoren.
  • Erarbeitung von Nutzungspotenzialen und natürlichen Begrenzungen.
  • Zusammenführung in einem Ursache-Wirkungs-Netz.
Lernprodukt: Vergleichsmatrix der vier Großräume.
NaturraumSystemdenkenMensch–Umwelt

Einzelstunde: Quellen- und Datencheck

45 Min · Quellenkritik · AFB II
  • Unterscheidung von Karte, Datensatz, Modell, Projektion und journalistischer Darstellung.
  • Prüfkriterien: Herausgeber, Bezugsjahr, Definition, räumliche Abgrenzung, Unsicherheit.
  • Kurzanwendung auf zwei institutionelle Onlinequellen.
Lernprodukt: Quellenprotokoll als wiederverwendbare Vorlage.
MedienbildungQuellenkritik
Querschnitt: Nachhaltigkeit wird als Zielkonflikt zwischen Nutzungspotenzial, ökologischer Tragfähigkeit und sozialer Teilhabe eingeführt; Vulnerabilität wird zunächst als Zusammenspiel von Exposition, Sensitivität und Bewältigungskapazität operationalisiert.

Kompetenz- und Leistungsraster

BereichAm Ende der Einheit können die Lernenden …Mögliche Nachweise
Fachwissennaturräumliche Faktoren, Monsun, demografische Strukturen und Mensch–Umwelt-Wechselwirkungen fachsprachlich erklären.Basiskarte, Prozessdiagramm, Kurzbericht
Räumliche OrientierungSüdasien auf mehreren Maßstabsebenen erfassen und räumliche Muster begründet beschreiben.Kartenanalyse, Lagebeziehungen, Raumvergleich
MethodenKarten, Klimadiagramme, Zeitreihen, Bevölkerungspyramiden und institutionelle Quellen auswerten sowie ihre Aussagekraft prüfen.Datenkommentar, Quellenprotokoll
KommunikationErgebnisse adressatengerecht darstellen und fachliche Kontroversen strukturiert diskutieren.Gruppenpuzzle, Peer-Feedback, Kurzpräsentation
BewertungVulnerabilität und Anpassungsmaßnahmen anhand transparenter Kriterien beurteilen.Vulnerabilitätsmatrix, Sach-/Werturteil

Differenzierung, Diagnose und Lernprodukte

Diagnose

Zu Beginn: stumme Karte, Begriffsnetz und kurzer Quellencheck. Formativ: Exit-Tickets nach jeder Woche, Lernprodukt-Feedback und Fortschrittsanzeige. Am Ende: materialgestützte Transferaufgabe oder Klausurbaustein.

Unterstützung

Vorstrukturierte Karten, Wortlisten, Operatorenhilfen, Satzstarter, reduzierte Datensätze und schrittweise Analyseraster. Fachbegriffe werden nicht nur definiert, sondern in Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen verwendet.

Erweiterung

Vergleich konkurrierender Datensätze, zusätzliche Maßstabsebene, eigenständige Indikatorenauswahl, Kritik am demografischen Übergangsmodell und Bewertung von Anpassungsmaßnahmen unter Zielkonflikten.

Hausaufgaben / Selbstlernanteile

Kurze, überprüfbare Aufgaben: Basiskarte ergänzen, institutionelle Grafik mit Quellenprotokoll prüfen, 150-Wörter-Datenkommentar, Vorbereitung einer Akteursperspektive. Keine bloßen Internetrecherchen ohne Quellenkriterien.

Quellenbasis für Materialien

Die Unterrichtsplanung übernimmt keine geschützten Schulbuchtexte oder Abbildungen. Das fotografierte Inhaltsverzeichnis dient nur als thematische Orientierung. Daten müssen mit Bezugsjahr, Definition, räumlicher Abgrenzung und Abrufdatum dokumentiert werden.